Herbst-Campingtour nach Hamburg und auf den Zingst

Mein diesjähriger Jahresurlaub brachte mich erneut mit meinem Wohnwagen nach Hamburg und auf den Zingst. Vom 24. Oktober bis zum 11. November hatte ich frei. Zwei der drei Wochen wollte ich mit dem Wohnwagen auf Tour und eine Woche anschließend zu Hause verbringen.

Am Montag, den 24.10. spannte ich den Wagen an und fuhr los. Im vergangenen Jahr hatte mir Hamburg so gut gefallen, dass ich auch in diesem Jahr ein paar Tage dort verbringen wollte. Ich mietete mich also wieder auf dem City-Campingplatz Buchholz ein. Über den Platz selber habe ich bereits im vergangenen Jahr einige Anmerkungen geschrieben. In diesem Jahr fiel mit auf, dass die Sanitäranlage doch etwas nachgelassen hat. Es war zwar sauber, aber die Bausubstanz und auch die Ausstattung bedarf inzwischen einiger Instandsetzung.

Ein Anlaufziel, das ich im vergangenen Jahr nicht geschafft hatte, war der Tierpark Hagenbeck. Dieser alte, traditionsreiche Zoo ist wirklich sehenswert. Seine große, weitläufige Anlage bietet Gehege mit Tieren aus aller Herren Länder. Sogar einige freilaufende Tiere können einem hier begegnen. Ich bin ein bekennender Zoo-Fan. Und ich fühlte mich hier so wohl, dass an dem Tag sechs Stunden in Null-Komma-Nichts vergangen waren. In dieser Zeit machte ich eine Reise durch die Kontinente der Welt zu Land und zu Wasser. Denn auch das große Aquarium im Zoo, für das extra Eintritt gezahlt werden muss, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Reptilien, Insekten, Lurche und Fische sind hier zum Teil ohne trennende Scheiben oder Gitter zu bewundern. Und zum Schluss kann man vor der gigantischen Scheibe des riesigen Seewasseraquariums bei vorbeiziehenden Haien und Rochen entspannen. Der Tag im Zoo war ein Volltreffer!

Was ist ein Besuch Hamburgs ohne ein Besuch des Hafens? Landungsbrücken, St. Pauli, Elbphilharmonie… Als ich dort war, konnte man noch nicht hinein. Später, als ich bereits auf Zingst war, konnte ich lesen, dass sie geöffnet wurde und man sie besichtigen kann. Schade.

Dafür habe ich in diesem Jahr das erste Mal die Elbe durch den alten Elbtunnel unterquert. Das ist schon eine außergewöhnliche Erfahrung. Der Blick vom anderen Elbufer zurück in Richtung Landungsbrücken ist Lohn genug für den Fußweg durch den Tunnel.

Am letzten Morgen, dem Tag der Abfahrt, bin ich noch rasch mit dem Fahrrad zum nahegelegenen Shop eines großen Bootsausrüsters gefahren und habe mir dort eine wirklich gute Caban-Jacke, die mir an den weitern Tagen meiner Tour bereits gute Dienste leistete.

Dann hieß es Abschied nehmen aus Hamburg. Doch dieser gestaltete sich wahnsinnig zähflüssig. Ich brauchte mit dem Wohnanhänger nahezu zwei Stunden, um durch die Stadt zur Autobahn in Richtung Rostock zu gelangen. Danach verlief die weitere Fahrt bis auf die Halbinsel Zingst jedoch ohne Hindernisse.

Auf dem Campingplatz Am Freesenbruch angekommen, baute ich an meinem Wohnwagen das erste Mal die Rollmarkise zusammen mit den neu gekauften Seiten- und Frontteilen auf, so dass ich ein vollwertiges Vorzelt hatte. Die Rollmarkise, die in einem Sack in der Kederschiene des Wohnwagens mit zwei Schrauben fixiert hängt, nennt sich Caravanstore von Fiamma. Die dazu gehörigen Seitenteile heißen Privacy Room. Es war tatsächlich auch für mich alleine gut zu schaffen, die Seitenteile anzubringen und zu verspannen. Allerdings kam an nächsten Tag deutlich stärkerer Wind auf. Ich konnte mit einem Windmessgerät Böen bis Windstärke 8 messen. Dabei rutschte mitten in der Nacht das Dach der Markise aus der dafür vorgesehenen Klemmhalterung. Die Folge war ein heftiges Rucken und Rocken der Markise für den Rest der Nacht. Sobald es hell wurde, war ich auf und behob den kleinen Schaden, indem ich das Seitenteil zunächst aus der Kederschine zog und anschließend das Dach wieder in die Klemmhalterung einführte. Dieses Mal erhöhte ich die Spannung der Klemmen um eine halbe Umdrehung, so dass das Dach von nun nicht mehr heraus rutschte. Zusätzlich bestellte ich mir im Kiosk des Campingplatzes für den Privacy Room passende Sturmbänder, die jedoch erst geliefert wurden, als der Wind schon wieder deutlich schwächer war. Aber nun habe ich sie für zukünftige Fahrten.

Einer der Hauptgründe für meine Fahrt auf den Zingst war natürlich der Vogelzug der Kraniche. Tausende dieser tollen Vögel machen im Zingster Bodden auf der Insel „Große Kirr“ eine Zwischenrast auf dem Weg nach Afrika. Was für eine Enttäuschung war es, als ich feststellen musste, dass kein einziger Kranich mehr dort war. Ich hörte dann, dass ca. 14 Tage vorher ein heftiger Sturm für die Überflutung der Kirr sorgte, was dazu führte, dass die Kraniche sich vorzeitig auf den Weg machten. Wie schade!

So entspannte ich bei Touren mit dem E-Bike zur Westspitze (Darßer Ort) und zur Ostspitze (Pramort) der Halbinsel. Am Nothafen Darßer Ort traf ich auf einen Ranger des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Mit ihm unterhielt ich mich eine Weile über seine Arbeit und über die Naturgewalten, die regelmäßig dafür sorgen, dass die Fahrrinne zu dem Nothafen für viel Geld ausgebaggert werden muss. Derzeit ist die Fahrrinne wieder mal zu geschwemmt, so dass kein Schiff mehr rein oder raus kommt. Der eigentlich dort stationierte Rettungskreuzer „Theo Fischer“ hat derzeit einen Standort in den Hafen von Barhöft verlegt.

Auf meine Anmerkung, dass er ja wohl einen wunderbaren Arbeitsplatz hätte, erzählte mir der Nationalpark-Ranger von der zunehmenden Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit der Besucher des Nationalparks. Da werden gesperrte Flächen betreten, nur um ein Foto zu machen oder um Pflanzen zu pflücken, was in Naturschutzgebieten allgemein verboten ist. Ein spürbarer Egoismus der Besucher bricht sich darin Bahn, den Nationalparkwächtern patzig, wenn nicht drohend gegenüber zu treten und zu machen, was man gerade möchte. Die Folge sind zerstörte Anlagen, niedergetrampelte Flächen, wo eigentlich geschützte Pflanzen wachsen, und Wildtiere, die unnötig gestört und durch vermehrte Fluchtbewegungen geschwächt werden.

Ein wirkliches Highlight ist nach wie vor das Restaurant des Campingplatzes. „Der Deichgraf“ ist ein oder mehrere Besuche wert. Der Koch versteht sein Handwerk aufs Beste und der Service ist sehr aufmerksam und freundlich. Man fühlt sich rundum sehr gut betreut.

Die Woche an der Ostsee ging um wie im Fluge. Aber ein erneut aufziehendes Tiefdruckgebiet brachte zunehmendes Schlechtwetter. Daher stand für mich eine Verlängerung meines Aufenthaltes nicht zur Debatte. Mein Markisen-Vorzelt hatte ich bereits zwei Tage vor der Abreise abgebaut, da es trocken war. Ich wollte vermeiden, dass ich es nass einpacken müsste.

Einen Schaden hatte ich dann doch noch zu beklagen: Die Warmwasser-Therme lieferte kein heißes Wasser mehr. Dieser Defekt ist jedoch inzwischen behoben: Der Heizstab war durchgebrannt und musste ersetzt werden.

Inzwischen steht der Wohnwagen wieder vor der Tür auf seinem Stellplatz und wartet nun auf das kommende Jahr, welches hoffentlich wieder einige schöne Touren mit sich bringen wird.

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Camping im November 2015 – Hamburg – Schlei – Zingst

Tagebuch meiner Urlaubsreise vom 02.11.2015 bis 15.11.2015

 

Am Fuß dieser Seite läuft eine Diashow mit Fotos von meiner Reise.

Abfahrt, Anreise nach Hamburg

Oh, wie ich es hasse, den richtigen Zeitpunkt zum Losfahren zu wählen. Immer und immer wieder denke ich nach, ob ich auch alles eingepackt habe. Und immer und immer wieder fällt mir noch etwas ein, das noch nicht im Gepäck ist. Und dann sage ich mir, was jetzt noch nicht eingepackt ist, ist nicht wichtig. Und dann fahre ich endlich los.

Das Ankuppeln des Wohnwagens ist dank des neu eingebauten elektrischen Rangierantriebs, neudeutsch auch Mover, ein Kinderspiel. Ich beherzige den Tipp meines Händlers, der mir ans Herz legte, ein bestimmtes Ritual zu entwickeln, um sicher zu stellen, dass man am Ende nicht vergisst, den Antrieb wieder von den Rädern zu nehmen, bevor man losfährt. Ich hänge mir die Fernbedienung während des Rangierens um den Hals und lege sie erst wieder ab, wenn der Antrieb von den Rädern gelöst und der Hauptschalter ausgeschaltet ist. Und los geht´s.

Kurz nachdem ich aus Brake auf die Bundesstraße in Richtung Autobahn abgebogen bin, fällt ein dicker Brocken von mir ab. Ich atme durch und richte mich hinterm Steuer auf zweieinhalb Stunden Fahrt ein. Ich fühle mich wohl und freue mich auf ein paar Campingtage zum Ende des Jahres. Drei Wochen Urlaub laden dazu ein, dem Alltagstrott zu entkommen.

Kurz hinter Hannover, auf dem Verbindungsstück zwischen A2 und A7 fällt mir plötzlich ein, dass ich den Satellitenfinder vergessen habe. Mit dem Teil ist die Ausrichtung der Satellitenantenne ein Kinderspiel. Nachdem ich den Ärger langsam verdaut habe, kommt der nächste Schreck: Das Ladegerät für meinen E-Bike-Akku liegt auch zu Hause. Nun muss ich noch einmal auf die Einleitung dieses Reiseberichtes zurückkommen: Oh, wie ich es hasse…

Aber beides ist letztendlich kein Beinbruch: Mit ein bisschen Geduld lässt sich die Sat-Antenne auch ohne Hilfe ausrichten. Und das E-Bike fährt auch sehr gut ohne Akku. Also entspanne ich mich recht schnell wieder und genieße die weitere Fahrt bei sehr schönem, sonnigen Wetter. Bis kurz vor Hamburg eine dichte Nebelwand vor mir auftauchte, in die ich kurz darauf hineinfuhr. Der Nebel begleitete mich dann bis an mein Ziel in Hamburg. Die Fahrt verläuft erstaunlich ruhig. Ich hatte gerade in Hamburg mit wesentlich mehr Störungen auf dem Weg gerechnet. Selbst der Elbtunnel ist frei und ohne Stau zu passieren. Und so leitet mein Navi mich sicher bis zum anvisierten Campingplatz Buchholz in Hamburg Stellingen.

Campingplatz Buchholz

Dieser Campingplatz besticht durch seine zentrale, City nahe Lage in Hamburg. An einer verkehrsreichen Straße (B4) und in einer der An-/Abflugschneisen des Hamburger Flughafens gelegen, ist dieser kleine Campingplatz tagsüber alles andere als leise. Aber wer das in Mitten der Millionenstadt Hamburg erwartet, sollte vielleicht doch besser ein Hotel mit Dreifachverglasung wählen. Der Verkehr auf der Bundesstraße lässt zum späten Abend spürbar nach. Und zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr ist auch der Flughafen geschlossen. Somit findet man trotz allem eine ausreichende Nachtruhe.

Der Inhaber ist sehr nett und zuvorkommend. Mit hanseatischem Charme beantwortet er gerne jede Frage und hilft mit wertvollen Tipps. Bei ihm gibt es auch Fahrkarten für den Öffentlichen Personenverkehr.

Der Platz selber besteht aus einem asphaltierten Fahrweg sowie beidseitigen Kiesparzellen, die durch Pflanzkübel unterteilt sind. Für den Stromanschluss sollte man ein langes Kabel (Schuko) dabei haben. Frischwasser gibt es nur zentral, ebenfalls die Abwasserentsorgung. Die Entleerung von Chemietoiletten ist ebenfalls möglich. Im Waschraum befinden sich lediglich eine Dusche und fünf Waschbecken. Das mag zunächst wenig erscheinen. Ich habe jedoch während meines Aufenthaltes keine Wartezeiten mitbekommen, obwohl der Platz gut besucht war.

20151103_103751Am ersten Tag nach der Anreise nehme ich mein E-Bike ohne Akku und fahre damit zum Messegelände am Fernsehturm. Dieser steckt mit seiner Plattform im dicken Nebel, der ganz Hamburg eingedeckt hat. Das Fahrrad schließe ich direkt am Messeeingang ab. Kein langes Suchen, keine Parkplatzgebühren, einfach abschließen und gut ist.

Einen Besuch der Hanseboot hatte ich schon länger vor. Heute soll es also passieren. Ich schlendere durch die Hallen, wobei die ersten beiden Hallen für mich nicht wirklich interessant sind. In der ersten sind Charterfirmen und Versicherungen, in der zweiten Motoryachten untergebracht. Beides wirkt auf mich wie ein Schlafmittel. Also rasch weiter.

Die nächste Halle ist wesentlich interessanter, Refit das Hallenthema. Hier findet man alles, um sein Boot wieder auf Vordermann zu bekommen. Und in einer eigens angelegten Refit-Arena werden den ganzen Tag über Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen gehalten. Hier kann ich also meine Beine ausruhen und auch noch etwas lernen.

Zwischen den für mich interessanten Vorträgen gehe ich rüber in die nächste Halle und besuche dort die Stände von Dehler, Bavaria, Hansa, und Co. Segelyachten ziehen mich magisch an. Da wirkt eine ganz andere Faszination auf mich als bei Motoryachten. Die wirken auf mich hauptsächlich protzig und bringen einen auch nur von A nach B. Allerdings muss man für eine Tankfüllung der größten ausgestellten Yacht genau so viel Geld auf den Tisch legen, wie für eine voll ausgerüstete Jolle. Inakzeptabel!

20151104_174523Auf dem Rückweg komme ich zufällig beim Hamburger Shop von Compass vorbei. Diesen Bootsausrüster hatte ich auf der Hanseboot vergeblich gesucht. Als Mitbringsel dieses Urlaubs suche ich mir dort ein nautisches Fernglas (seewasserfest und mit beleuchtetem Kompass) aus. Keines von der ganz teuren Sorte, aber ein gutes Mittelklasse-Fernglas, das mir hoffentlich lange Zeit gute Dienste leisten wird.

Für das schnelle Bewegen in der Stadt ohne Auto lohnt sich die Hamburg-Card, sofern man neben Bus, S- und U-Bahn auch die Hafenfähren benutzen möchte, die ebenfalls zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zählen. Außerdem erhält man damit in diversen Museen und Veranstaltungen ermäßigten Eintritt.

Dies nutze ich am zweiten Tag für eine große Hafenrundfahrt und den Besuch des Miniatur Wunderlandes. Ein Wahnsinn, was die beiden Gründer-Brüder zusammen mit ihrem Team hier auf die Beine gestellt haben. Ein Meisterwerk des Modellbaus.

20151105_165011Als krönenden Abschluss gönne ich mir am Ende des Tages einen richtig guten Burger im Hard Rock Cafe an den St. Pauli Landungsbrücken. Hier wird nicht nur gute Musik gespielt. Hard Rock ist hier auch in der Gastronomie das Motto. Burger, Steaks, Sandwiches in vielfältigen Variationen und tausendmal besser als bei allen Mc‘s und Kings dieser Welt.

Am zweiten Tag, endlich scheint auch in Hamburg wieder die Sonne, streiche ich spontan den Besuch von Hagenbecks Tierpark zu Gunsten eines weiteren Tages an und auf der Elbe. Ich kaute also eine weitere Hamburg-Card und fuhr mit Bus und U-Bahn zu den Landungsbrücken und begab mich an Bord der ersten Hafenfähre, die ich kriegen konnte. Sie brachte mich nach Oevelgönne, einem mondänen Stadtviertel Hamburgs, durch den die legendäre Elbchaussee führt. Diese interessierte mich jedoch nicht. Vielmehr wollte ich über den Elbestrand spazieren. Etwas, dass mein Vater zu seiner aktiven Berufszeit immer machte, wenn er in Hamburg einen Kongress besuchte. Nun wollte ich das auch einmal. Und während ich da so durch den Sand schlenderte, kam aus dem gegenüberliegenden Containerhafen das derzeit zweitgrößte Containerschiff der Welt heraus gefahren. Polizeischiffe sperrten dafür die Elbe zeitweise komplett ab. Mit über 400 Meter Länge bietet dieses Schiff einen imposanten Anblick. Mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit wird der Koloss von zwei Schleppern die Elbe hinab außer Sicht gezogen.

20151104_120503Danach geht es weiter mit der Hafenfähre, die alle 15 Minuten fährt, die Elbe hinab in Richtung Finkenwerder. Auf dem Weg dorthin landet auf dem naheliegenden Airbus-Gelände ein weiterer Gigant: Ein A380, offensichtlich heimgekehrt von einem Erprobungsflug, denn er hatte noch keine Lackierung einer Airline.

Ich steige an jedem Haltepunkt aus und sehe mich um. Allerdings erweisen sich die meisten Stationen als langweilig. In Finkenwerder, ich weiß gar nicht, warum eine Schollenzubereitung diesen Namen erhielt, wechsele ich die Fähre, um noch zwei weitere Stationen mitzunehmen. Dann ist endgültig Schluss. Von XXX fährt nur noch eine Fähre im Airbus-Werksverkehr weiter. Tabu für Touristen.

Der Rückweg geht wesentlich schneller. Ohne Aussteigen fahre ich zurück zu den Landungsbrücken, wo ich auch diesen Tag mit einem Besuch im Hard Rock Cafe beende. Dieses Mal nehme ich das Menü, bei dem auch ein T-Shirt mit auf dem Bestellzettel steht.

 

Campingpark Schlei-Karschau

Freitag ist Abreisetag. Nach dem Frühstück mache ich den Wohnwagen startklar und bezahle beim Campingplatz-Inhaber. Schnell noch das Navi füttern, den Wohnwagen mit Mover aus dem Kiesbett bringen, ankuppeln und los. Die A7 ist schnell erreicht. Was nun aber folgt, sind insgesamt fünf oder sechs lange Baustellen hintereinander. Das ist nervig, aber immerhin kann ich ohne Stau dort hindurch.

Es regnet. Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt komme ich an der Schlei an. Tags zuvor hatte ich über den ADAC-Campingführer einen Platz ausfindig gemacht, der auch im November noch geöffnet hat. Es ist dies der Campingpark Schlei-Karschau. Wie vorher telefonisch vereinbart, rufe ich bei Ankunft beim Platzinhaber auf dem Handy an. Die Rezeption ist zu dieser Jahreszeit nur noch vormittags für zwei Stunden besetzt. Aber nach gerade einmal vier Minuten kommt der Inhaber vorgefahren.

Beim Check-in erzählt er mir, dass er gerade vor vier Monaten aus Gütersloh hier an die Schlei gezogen ist und den Campingplatz gekauft hat. Live your dream!

20151108_132048Ich erhalte alle notwendigen Informationen und eine Karte, um durch die Schranke zu kommen. Die Mittagsruhe ist in den Wintermonaten aufgehoben – ich bin der einzige touristische Gast auf dem Platz. Sonst sind noch einige Dauercamper anwesend, die meisten davon sind Angler.

Der Platz ist vom Regen aufgeweicht. Es fällt schwer, einen Platz zu finden, auf dem man beim Verlassen des Wohnwagens nicht direkt in eine Pfütze tritt. Letztlich entscheide ich mich für die Nähe zum Waschhaus. Der Mover schiebt den Wohnwagen in Position. Auch das Auffahren auf einen Stufenkeil zum waagerechten Ausrichten schafft er problemlos. Ich bin begeistert.

Ich fahre die Stützen aus und stelle die Trittleiter vor die Tür. Beim Drauftreten versinkt sie jedoch tief im aufgeweichten Boden. Im Bugkasten finde ich zwei kleine Bretter, die ich unter die vorderen Füße der Trittleiter lege. Für die hinteren Füße finde ich nichts. Da muss ich noch etwas organisieren.

Mutig rolle ich die Markise aus. Ich stelle zu einer Seite leicht abfallend auf, damit der Regen ablaufen kann. Dann packe ich den neu erworbenen Gasgrill aus und montiere ihn. Ich reiße die Packung Bratwürstchen auf und stelle dann fest, dass ich gar kein Feuerzeug an Bord habe. So ein Mist! Auch das kommt sofort auf meinen Einkaufszettel für den nächsten Tag.

Ein wenig frustriert mache ich mich daran, die Satelliten-Antenne auszurichten. Dabei orientiere ich mich mangels Satellitenfinders an den Antennen auf den umstehenden Wohnwagen. Schließlich finde ich sogar das Signal, wobei aber nicht alle Sender zu empfangen sind. Aber immer noch besser, als nix. Der Abend kann kommen. Ich sehe einen Spielfilm mit Ben Stiller. Titel: Glaube ist alles. Er spielt darin einen Rabbi, der in eine Nichtjüdin verliebt ist, die er aber schon seit Kindertagen kennt. Richtig kompliziert wird es, als sein bester Freund, ebenfalls aus Kindertagen, der inzwischen katholischer Priester ist, sich ebenfalls in dieselbe Frau verliebt… Nun, ich will hier nicht in Einzelheiten ausschweifen. Am besten anschauen!

Tag zwei an der Schlei. Früh morgens, um kurz vor sechs, werde ich durch seltsame Geräusche geweckt. Erst denke ich, jemand arbeitet an einem der umstehenden Wohnwagen. Dann aber merke ich, dass der Wind mit meiner Markise spielt. Nun, es hält sich aber in Grenzen und ich lasse die Markise stehen. Zum Frühstück gibt es zwei Becher Kaffee und ein Brötchen vom Vortag. Es ist trocken. Und so baue ich zunächst den Grill zu Ende auf. Dann fahre ich los in Richtung Kappeln, um meine Einkaufsliste abzuarbeiten. Feuerzeug zum Grill anmachen, Blumenuntersetzer für die Trittleiter vor dem Wohnwagen, eine kleine Dreckbürste, um die Trittleiter vom allgegenwärtigen Schlamm befreien zu können und noch einige Kleinigkeiten mehr.

DSC_4457Dann schaue ich mich noch ein wenig in Kappeln um und finde direkt am Hafen ein kleines Restaurant mit imposanter Karte. Hier gibt es alles: Von Pizza und Pasta über Schnitzel und Steak bis Gyros und Fisch. Ich entscheide mich für einen kleinen Fischteller mit drei Sorten Fisch und Bratkartoffeln. Lecker!

Wieder zurück am Wohnwagen verstaue ich die Einkäufe und entscheide mich dann, die Markise wieder einzurollen. Eine weise Entscheidung! Denn während ich diese Zeilen schreibe, schüttet es wie aus Eimern und bläst in durchaus spürbaren Böen. Die Nacht wird stürmisch und laut. Der Regen prasselt heftig gegen den Wohnwagen und die Böen mit Windstärken bis zu 6 Bft. rütteln mich gewaltig durch, als ich einschlafe.

DSC_4453Große Überraschung am Morgen danach: Beim Erwachen herrscht Totenstille. Es braucht aber ein wenig, bis ich begreife, dass der Sturm offensichtlich zu Ende ist. Ich öffne als erstes die Dachluke und blicke – in blauen Himmel. Das lässt mich nicht mehr im Bett liegen bleiben. Raus aus dem Schlafsack, rein in die Klamotten und die Rollos an den Fenstern öffnen. Die Sonne ist noch nicht zu sehen. Aber der blaue Himmel ist einfach zu schön. Ich setze mich vor den Wohnwagen und genieße den ersten Kaffee, wobei ich der Sonne beim Aufgehen zusehe.

Den Vormittag verbringe ich vor dem Wohnwagen in der Sonne und lese in meinem auf der Hanseboot gekauften Buch von Bastian Hauck mit dem Titel Raus ins Blaue. Es handelt von einer Einhand-Ostsee-Umrundung in einem Folkeboot, einer knapp unter acht Meter langen Segelyacht aus Holz. Ich glaube, dieses Buch ist nicht nur für Segler ein echter Tipp. Bastian Hauck schreibt neben dem Nautischen auch sehr viel über seine Empfindungen und Begegnungen mit den Menschen in den Städten, in denen er an Land geht. Sehr sympathisch, sehr authentisch, sehr fesselnd.

DSC_4481So wird es Nachmittag, als ich mich doch noch entschließe, mit dem Auto an die Ostseeküste zu fahren. Es wird ein kurzer Ausflug nach Olpenitz. Denn um kurz nach drei Uhr nimmt die Bewölkung wieder zu und kurz nach vier verschwindet die Sonne im Dunst an der Kimm. Ich nutze die Gelegenheit und ziehe am Parkplatz am Strand aktuelle Wetterdaten, was mir auf dem Campingplatz mangels Handyempfang nicht gelingen will. So sehe ich, dass es ab morgen wieder regnen und später auch wieder stürmen soll. Schade eigentlich. Noch ein Sonnentag für diese wunderschöne Landschaft wäre nicht zu viel gewesen. Aber so kehre ich bei schwindendem Licht zurück zum Wohnwagen und verstaue Grill, Stuhl und Tisch sturmsicher im Wohnwagen.  Heute Abend ist Tatort-Abend! Und um noch eins drauf zu setzen, kommt der Tatort heute wieder aus Münster. Bis auf einige kleinere Störungen durch den Sturm war der Empfang gut und ich konnte nicht nur die Verfolgungsjagt in Tretboot auf dem Aasee in vollen Zügen genießen.

Der Montag beginnt ebenfalls wieder mit blauem Himmel und warmen Temperaturen um die 14°C. Rasch mache ich noch ein paar kleine Besorgungen und fahre dann zunächst nach Eckernförde, wo ich mir bei zunehmend ungemütlichem Wind und aufkommender Bewölkung eine neue Strickmütze gönne. Dann suche ich mir ein Restaurant, das montags keinen Ruhetag, Mittagstisch und Fisch auf der Karte hat. Gar nicht so einfach! Aber ich werde fündig. Leider nichts Besonderes, wie sich herausstellt. Aber satt macht es trotzdem.

Nachdem ich noch ein wenig durch die Stadt gebummelt bin, denke ich mir, es sei eine gute Idee, noch nach Schleswig zu fahren. Schließlich gibt es dort ein Schloss und einen Dom. Gesagt, getan.

DSC_4497Schloss Goltorf liegt quasi auf dem direkten Weg von Eckernförde nach Schleswig. Dort angekommen, mache ich die erstaunliche Entdeckung, dass auch Schlösser durchaus montags Ruhetag haben. Alles dicht und verrammelt. Aber da gibt es doch hinter dem Schloss noch einen Barockgarten. Ich mache mich auf den Weg. Der ist länger, als zunächst angenommen. Dafür eröffnet sich mir die Erkenntnis, dass auch Schlossgärten Öffnungszeiten haben. Und die des Barockgartens von Schloss Goltorf endet im – Oktober!

DSC_4526Nun, wat nich is, is nich! Aber es gibt ja noch den Dom. Ich mache mich vom Schloss aus zu Fuß auf den Weg. Je weiter ich komme, desto mehr brist der Wind auf. Ich erreiche den Dom und hoffe, wenigstens hier Einlass zu bekommen. Und ich werde nicht enttäuscht. Dafür gibt es auch meinen Beitrag in die Spendendose am Eingang. Im Dom befinden sich etliche Sarkophage von Edelleuten und Königen, aus der Zeit, als Schleswig noch dänisch war. Eindrucksvoll finde ich auch die bunten Mosaikfenster mit Motiven aus dem Leben und Wirken Jesu. Und besonders imposant ist der große Schnitzaltar mit unzähligen Figuren und Motiven. Hier kann man sich bestimmt einen ganzen Tag nur mit dem Altar beschäftigen.

Die Zeit habe ich jedoch nicht, da es inzwischen schon wieder zu dämmern beginnt. Ein weiterer großer Nachteil dieser Jahreszeit. Also versuche ich am Stadthafen ein geöffnetes Lokal zu finden, aber auch das misslingt. In mir reift die Erkenntnis, doch noch einmal einen Standortwechsel machen zu wollen. In Ermangelung eines geöffneten Lokals setze ich mich schließlich ins Auto und suche auf dem Tablet nach Campingplätzen. Aber wo ich auch schaue, alle haben nur bis Ende Oktober geöffnet. Letztendlich rufe ich auf dem Campingplatz Freesenbruch auf Zingst an. Dort war ich 2011 schon einmal in dieser Jahreszeit – mit dem Zelt. Die Rezeption melde sich prompt und nach kurzer Zeit steht nun mein Entschluss, morgen auf den Darß zu wechseln.

 

Campingplatz am Freesenbruch Zingst

Mit dem Aufwachen horche ich nach dem Wind. Es kachelt ungemindert. Die ganze Nacht spüre ich das Rütteln am Wohnwagen. Und so habe ich meine Zweifel, ob es eine gute Idee ist, eine so weite Strecke bis nach Zingst durch diesen Sturm zu fahren. Aber schließlich mache ich den Wohnwagen reiseklar und kuppel an. Pünktlich um 10 Uhr fahre ich durch die Schranke und checke aus. Der nette Platzbesitzer aus Gütersloh wünscht mir eine gute Fahrt. Ich wünsche ihm alles Gute und viel Erfolg mit seinem neu erworbenen Campingplatz. Er macht bestimmt seinen Weg.

Auf der Lindaunisbrücke setze ich über die Schlei. Es ist eine einspurige Brücke, über die sowohl die Autos bis maximal 2,3 Meter Breite, als auch die Eisenbahn fahren. Der Verkehr wird mit Ampeln gesteuert. Nun geht es über Eckernförde nach Kiel. Von dort über die A20 Richtung Lübeck und weiter über die Küstenautobahn an Wismar vorbei bis Rostock. Von dort aus schlängelt sich die Route über die Dörfer, wobei ich gute 35 Kilometer hinter einem Zementmischer hänge, der bei jedem Anfahren gut 3 Eimer Fertigzement auf die Straße kleckert. Erst kurz vor meinem Ziel biegt der LKW rechts ab. Aber dafür sehe ich an der nächsten Kreuzung schon den nächsten LKW vor mir einbiegen. Und so ziehen sich die letzten Kilometer wie Gummi. Doch schließlich komme ich an.

An der Rezeption werde ich freundlich empfangen. Wie auch schon 2011 mit Zelt, darf ich mir zunächst den Platz anschauen und mir den Stellplatz aussuchen. Anschließend stelle ich den Wohnwagen ab, richte ihn aus, schließe den Strom an und suche den Satelliten für das Fernsehprogramm. Angekommen! Ich freue mich auf ein paar hoffentlich schöne Tage hier. Schön meine ich nicht wettermäßig. Da weiß ich, dass ich neben immer noch unverschämt hohen Temperaturen nur Wolken, Wind und Regen erwarten darf. Schön meine ich im Sinne von ausgefüllt und erholsam. Als krönenden Beginn meiner Tage auf Zingst grille ich mich zwei Würstchen.

DSC_4568Der Campingplatz Am Freesenbruch ist wirklich spitze! Großzügige Parzellen, moderne und saubere Sanitäranlagen, einen Kiosk, der keine Wünsche offen lässt und ein spitzen Restaurant, das aber zu dieser Jahreszeit leider nur am Wochenende öffnet. Der Strand ist nur einen Katzensprung entfernt und auch der Ort Zingst ist sogar mit dem Fahrrad schnell zu erreichen.

Die Zeit auf Zingst habe ich nicht mehr aktuell Tagebuch geführt. Hier habe ich die Zeit genutzt und bin viel unterwegs gewesen. Daher fällt dieser Abschnitt kürzer aus, als die vorigen.

Ein lohnenswertes Ziel ist auf jeden Fall der Westteil der Halbinsel, Darßer Ort. Dort kann man ausgedehnte Spaziergänge durch das große Waldgebiet machen. Rot- und Schwarzwild kann einem dort jederzeit über den Weg laufen. Abends kann man etwas weiter südlich, am Strand von Ahrenshoop, wundervolle Sonnenuntergänge genießen.

Zur Binnenseite von Zingst liegt im Barther Bodden eine große flache Insel, die „Große Kirr“. Diese Insel dient im Frühjahr und Herbst zigtausenden von Kranichen als Rastplatz auf ihrem großen Zug in die Brutgebiete in Skandinavien oder ins Winterquartier in Südspanien und Afrika. Die Insel selbst darf nicht betreten werden. Der allabendliche Einflug der Kraniche, die von der Futtersuche zum Übernachten immer wieder hier her zurückkehren, lässt sich aber wunderbar vom Festland oder von einem Ausflugsschiff beobachten.

Der östliche Teil von Zingst ist Naturschutzgebiet und darf nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet  werden. Hier sagt sich Fuchs und Hase gute Nacht. Aber auch Marderhund, Graugans, oder Seeadler gibt sich ein Stelldichein.

DSC_4744Ein weiteres lohnendes Ziel ist sicherlich Stralsund in dessen Hafengebiet ein großes Meeresmuseum auf Besuch wartet. Hier liegt auch die „Gorch Fock I“, ein Großsegler, der von einem Förderverein als Museum betrieben, und auf seine Wieder-in-Dienst-Stellung vorbereitet wird. Vielleich klappt es und der Segler sticht eines Tages tatsächlich wieder in See. Ich drücke die Daumen!

Auf Zingst blieb ich schließlich eine Woche und reiste an einem Sonntag ab. Wegen stürmischen Winden und Dauerregen gestaltete sich die gut fünfstündige Rückfahrt nach Bielefeld sehr anstrengend. Aber ich kam gut wieder zu Hause an und blicke nun auf einen wunderschönen Camping-Urlaub im November 2015 zurück. Schön war´s!!!

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Letzter Törn mit der Rubin

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Dieses Jahr habe ich es tatsächlich nur einmal geschafft, gemeinsam mit Christian, dem Eigner der Rubin, und seiner Familie nach Wilhelmshaven zum Schiff zu fahren. Das war zum Wochenende des Jade-Weser-Port-Cup. Gemeinsam mit den am Cup teilnehmenden Groß- und Traditionsseglern, sowie etlichen weiteren Sportbooten liefen wir durch Kaiser-Wilhelm-Brücke und die große Seeschleuse, die den Binnenhafen vom Neuen Vorhafen trennt.

DSC_4319Wir überlegten kurz, bereits im Neuen Vorhafen Segel zu setzen, da unser Motor weißen Rauch aufsteigen ließ, was alles andere als schön war. Angesichts des starken Verkehrs verzichteten wir jedoch darauf und motorten dennoch hinaus auf die Jade. Im Übrigen machten es alle genau so, da ein Wind sich nicht wirklich einstellen wollte. Auf der Jade fielen wir nach dem Segelsetzen und  Abstellen des Motors rasch zurück und sahen dem Feld der auslaufenden Segelschiffe hinterher.

Enttäuschung machte sich breit, zumal die Segel auf Vorwind-Kurs im „Butterfly“ optimal gesetzt waren und das Boot eigentlich hätten voran ziehen müssen. Als aber auch noch die letzte Segelyacht unter Spinnaker an uns vorbei zog, beschränkten wir uns schließlich auf gemütliches vor dem Wind dahin treiben. Als wir mit dem Fernglas das Regattafeld wieder in die Jade einlaufen sahen, machten auch wir uns wieder auf den Rückweg. Nun war Kreuzen angesagt. Aber die auflaufende Flut unterstützte uns auf dem Weg zur Hafeneinfahrt.

DSC_4351Diese verpassten wir wegen zu schwachem Wind und zu starker Strömung schließlich und mussten auch für das Einlaufen wieder den Motor anschmeißen. Volle Kraft voraus war nötig, um gegen die Tide wieder zurück auf Höhe der Hafeneinfahrt zu gelangen. Schließlich schafften wir es und waren zunächst froh, direkt in die bereits offen stehende Schleuse einlaufen zu dürfen. Dann stellten wir jedoch beim Schließen des Tores fest, dass dieser Schleusengang noch ohne das Hauptfeld stattfindet. Also entschlossen wir uns, im Nordhafen an der Deviationstonne fest zu machen und auf die heimkehrenden Großsegler zu warten. Das war herrlich entspannend.

DSC_4431Nach über einer Stunde Wartezeit öffnete sich die Schleuse erneut und das große Feld lief an uns vorbei in Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke. Rasch warfen wir die Leine los und reiten uns ein. Es war, genau wie auch beim Auslaufen ein toller Anblick, dicht neben den großen Segelschiffen fahren zu können. Im lockeren Verband passierten wir die beidseits geöffnete K-W-Brücke und wurden am Bontekai von vielen Menschen begrüßt.

Das war ein schönes Erlebnis zum Abschluss der Segelzeit mit der Rubin. Sie ist inzwischen verkauft. rNun kommen neue Herausforderungen, ein anderes Schiff, viel Arbeit und hoffentlich auch weiterhin immer die berühmte Handbreit … na, Ihr wisst schon.

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Einbau eines Movers

Heute habe ich meinen Wohnwagen vom Händler abgeholt. Auf dem Auftragszettel standen:

  • TÜV
  • Gasuntersuchung
  • Austausch des Dachfensters über der Schlafstelle
  • Einbau eines Movers

TÜV und Gas gingen unspektakulär über die Bühne. Keine Mängel, nur ein alter Gasschlauch musste getauscht werden.

Das Dachfenster musste ich austauschen lassen, da sich Innen- und Außenscheibe voneinander getrennt hatten. Die Innenscheibe wurde bei Fahrt zwar durch die Verriegelung festgehalten, auch war das Dach dadurch dicht, aber die lose Außenscheibe wurde nur noch durch das Scharnier am Dach gehalten und klappte bei Fahrt gefährlich auf und zu. Da wollte ich nicht warten, bis die Klappe endgültig abbricht.

Die eigentliche Anschaffung des Jahres ist neben der Einrichtung eines Stellplatzes am Haus in diesem Frühjahr vor allem der Einbau eines Movers. Dies ist ein elektrischer Rangierantrieb, mit dem der Wohnwagen per Knopfdruck auf einer Fernbedienung Zentimetergenau rangiert werden kann.

Ich entschied mich für einen Antrieb der Firma Truma mit der Bezeichnung „Mover SR II“. Dieser ist zwar nicht billig, aber wegen seiner guten Verarbeitung allemal sein Geld wert.

Nach einer kurzen Einweisung beim Händler, kam die Feuerprobe zu Hause, als ich den Wohnwagen auf den Stellplatz rangieren musste. Gottseidank war der Parkstreifen vor dem Stellplatz frei von Autos. So konnte ich den Wohnwagen darauf parken und abkuppeln, bevor der Mover zum Einsatz kam. Es war absolut kein Problem mit der Fernbedienung den Wohnwagen auf seinen Standplatz zu manövrieren. Was bisher eine mühselige Arbeit am Steuer des Autos war, macht nun Spaß und ist auch sicherer, da ich während des Rangierens um den Wohnwagen herum gehen kann und so einen rundum sicheren Überblick habe.

Mein Fazit: Diese Anschaffung würde ich sofort wieder machen.

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Himmelfahrt am Humboldtsee

Himmelfahrt am Humboldsee, gemeinsam mit Wolle und seinem WoMo.

Himmelfahrt am Humboldsee, gemeinsam mit Wolle und seinem WoMo.

Es wurde aber auch Zeit. Endlich habe ich zwei Wochen Urlaub und kann ein paar Tage mit dem Wohnwagen am Humbodtsee verbringen. Himmelfahrt war der Tag der Anreise. Zusammen mit Wolfgang, einem Kameraden meiner DLRG-Orsgruppe fuhr ich zunächst über die A2 in Richtung Lauenau. Allerdings mahnte das Navi schon einige Abfahrten vorher wegen eines Staus zum Verlassen der Autobahn.

Nun folgte das, was wir eigentlich vermeiden wollten: Wir wurden mitten durch Hameln geleitet. Aber das war letztlich immer noch besser, als im Stau zu stehen. Schließlich kamen wir bei gutem Wetter am Humboldtsee an und wurden von den neuen Besitzern des Campingplatzes freundlich begrüßt.

Freie Platzwahl war angesagt. Und so suchten wir uns eine Stelle direkt an einem Stromkasten und einer Wasserzapfstelle aus und stellten unsere Fahrzeuge direkt daran auf. Von nun an sollten wir regelmäßig Besuch bekommen. Alle Camper im Umkreis kamen ab jetzt zu uns zum Wasser holen. Und nicht etwa, dass sie außen an unseren Fahrzeugen vorbei an den Wasserhahn gingen. Das wäre durchaus gegangen. Nein, sie marschierten direkt durch die Mitte unserer kleinen Wagenburg. Da interessierte es auch niemanden, dass wir da gerade saßen. Fazit: Wir werden unsere Fahrzeuge das nächste Mal wohl etwas geschickter aufstellen.

Abends traf ich noch Nils, einen Kletterer aus Christians Freundeskreis. Er war mit einer Gruppe zum Klettern hier. Wir verabredeten uns am nächsten Abend auf ein Bier.

Die Nacht zu Freitag war kalt! Ein Grad über Null ließ es nicht zu einem Vergnügen werden, morgens, aus dem warmen Schlafsack kommend, in die kalten, fast steif gefrorenen Klamotten zu schlüpfen. Aber als ehemaliger Zelter sträube ich mich immer noch, die Heizung im Wohnwagen anzumachen. Schön blöd von mir.

Der Freitag Morgen empfing empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Und das sollte auch den ganzen Tag so bleiben. Ein herrlicher Tag, der wie dafür gemacht war, Fotos für die Fotorallye für Pfingsten vorzubereiten. Gesagt, getan. Ich schnappte mir meine Kamera und zog über den ganzen Campingplatz auf der Suche nach lohnenden Motiven. Dabei sah ich an vielen Stellen abgeholzte Bäume, die den Blick auf den See freier machten. Eine gelungene Aktion in meinen Augen. Jetzt muss nur noch das herumliegende Holz abgefahren werden, und der Platz hat schon etwas gewonnen.

Abends schmissen wir wieder den Grill an. Als alles verputzt war und wir uns gerade in unsere Wohnwagen zurückgezogen hatten, kam Nils mit seiner Freundin noch, wie verabredet, auf ein Bier vorbei. Sie hatten den Sonnenuntergang am See beobachtet und klopften auf dem Rückweg zu ihrem Nachtlager bei mir an. Wir unterhielten uns über das Klettern, alle möglichen erlebten Unwetter und Lavinenunglücke und über die Unvernunft so mancher Menschen in solchen Situationen. Es war ein wirklich schöner Abend. Und diese Nacht machte ich tatsächlich die Heizung an. Aber nur ein ganz bisschen.

Der Samstag begrüßte uns zunächst auch wieder kalt aber sonnig. Doch bald waren erste Vorboten heraufziehenden Regens am Himmel zu sehen. Wir nutzten die Zeit, kurz nach Salzhemmendorf zu fahren und ein paar kleine Besorgungen zu machen. Kaum waren wir danach wieder auf dem Campingplatz, fing es auch schon an zu tröpfeln.

Neben dem Regen kam nun auch die Kälte auf uns herab. Da blieb nicht viel zu tun. Wir verkrochen uns in unsere Wohnwagen und vertrieben uns die Zeit mit lesen oder Blog schreiben. Auch der Fernseher kam gegen Abend zum Einsatz, bis irgendwann, so gegen 23 Uhr, das Bild plötzlich weg war. Ich vermute, dass die Wolken zu dick wurden und die Verbindung zum Sateliten dadurch verloren ging. Es war aber ohnehin die perfekte Zeit, den Abend zu beenden.

Der Sonntag schließlich war unser Abreisetag. Da wir jedoch am kommenden Donnerstag schon wieder zum Humboldtsee fahren, dann mit unserer DLRG-Ortsgruppe, konnte ich den Wohnwagen auf dem Campingplatz lassen. Damit endet hier das erste lange Campingwochenende, bzw. nimmt eine kurze Pause.

 

 

 

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Der Stellplatz ist fertig

stellplatzNun ist es vollbracht: Die Büsche im Vorgarten wurden gerodet und die Parkplatzfläche um zwei Meter nach hinten verlängert. So passt der Wohnwagen nun perfekt dort hin und wartet auf seine nächsten Einsätze.

Vielen Dank an dieser Stelle an den Landschaftsgärtner Walter Knittel und seine Leute, die hier wirklich gute und schnelle Arbeit geleistet haben.

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Wohnwagenstellplatz am Haus

Wohin mit dem Wohnwagen, wenn nicht gerade Urlaubszeit ist? Diese Frage stellt sich mir nun, wo das eine Jahr um ist, in dem ich den Wohnwagen kostenlos auf dem Abstellplatz meines Händlers stehen lassen konnte. Ich könnte ihn auch weiterhin dort stehen lassen. Oder ich könnte mir einen anderen Stellplatz suchen, z. B. bei einem Bauern.

Ich habe mich allerdings dazu entschieden, den Parkplatz, der zum Haus gehört, entsprechend umbauen zu lassen. Das ist zwar zunächst deutlich teurer, hat aber den Vorteil, dass ich jederzeit an den Wohnwagen heran komme, ohne erst nach einem Schlüssel für das Gelände suchen zu müssen.

Für den Umbau müssen eine Eibe und ein Kirschlorbeer entfernt, und die Parkplatztiefe erweitert werden, damit der Wohnwagen mitsamt seiner Deichsel darauf passt und nicht in den Bürgersteig hinein ragt.

In der Slideshow oben auf dieser Seite seht Ihr, wie der Parkplatz vor dem Umbau aussieht. Die Arbeiten sollen nun am 06.01.2015 beginnen, wenn nicht bis dahin der Frost oder Schnee Einzug gehalten hat. Später werde ich dann auch Fotos vom Umbau, und vom fertigen Stellplatz hier zeigen. Schaut also bald wieder hier vorbei.

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Neue Fenster für den Wohnwagen

Während meiner Herbstfahrt nach Husum und Laboe fiel mir auf, dass die Fenster meines Wohnwagens alles andere als in gutem Zustand waren. Fast alle Fenster wiesen deutliche Feuchtigkeit im Inneren auf. Die Krönung war das Küchenfenster: Dort stand nach drei Tagen Dauerregen das Wasser halb hoch.

Schon in Husum reifte bei mir die Erkenntnis, dass ich wohl doch noch einmal Geld in die Hand nehmen müsste. Und so kontaktierte ich die Werkstatt meines Händlers um mich nach Preisen zu erkundigen. Doch dort verwies man mich an die Paderborner Firma Crack-Ex. Der Spezialist für Wohnwagenfenster liefert diese direkt ans Fahrzeug und montiert sie vor Ort. Nach einiger Überlegung, denn der Preis war durchaus stattlich, entschied ich mich aber doch, alle Fenster, bis auf die Dachluken, gegen neue auszutauschen.

Ein Termin war rasch gefunden, wobei die Kommunikation mit der Firma per E-Mail besser klappte, als telefonisch. Ans Telefon habe ich dort nicht einmal jemand bekommen. Das aber nur am Rande.

Der Fahrer erschien pünktlich und machte sich sofort ans Werk. Innerhalb kurzer Zeit waren die Fenster ausgetauscht. Die Firma bestand auf Barzahlung, was laut Monteur an schlechten Erfahrungen vor allem mit einigen Händlern lag. Die ließen sich Wohnwagen in großem Stil umrüsten und zahlten dann erst nach Drohung mit dem Gerichtsvollzieher.

Nun glänzen meine Fenster wieder und man kann sogar ungetrübt hindurch schauen. Das steigert doch gleich die Vorfreude auf die erste Frühjahrsfahrt. Oder wird der Winter vielleicht so mild, dass sich ein Ausflug lohnt?

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Herbstfahrt 2014 nach Husum und Laboe

Das "Schloss vor Husum", erbaut um 1580, liegt heute mitten in der Stadt.

Das „Schloss vor Husum“, erbaut um 1580, liegt heute mitten in der Stadt.

Lang ersehnt, und endlich war er da: Mein zwei-wöchiger Urlaub an der Nordsee. Genauer gesagt hatte ich mich für das nordfriesische Städtchen Husum entschieden. Hier war ich in der Julius-Leber-Kaserne des Versorgungsregiments 7 Anfang der 1980er Jahre als „W15“ für ein Jahr stationiert. Aber ehrlich gesagt, bin ich in der Freizeit kaum aus der Kaserne heraus gekommen. Damals ging es darum, durch Dienste möglichst viel Freizeitausgleich anzuhäufen, damit am Freitag das Wochenende schon früher eingeläutet werden konnte.

Damals Verpasstes wollte ich nun nachholen und mir Husum und die Umgebung etwas genauer anschauen. Ich steuerte mit dem Wohnwagen den kleinen, durch seinen netten Pächter sehr persönlich geführten Campingplatz von Husum an. Dieser liegt direkt hinter dem Deich an der Hafenausfahrt außerhalb der Stadt. Diese ist jedoch mit dem Fahrrad in kurzer Zeit zu erreichen und zu erkunden.

Leider wollte das Wetter nicht so, wie ich gehofft hatte. Ein Regenschauer jagte den nächsten, manches Mal mit Starkregenqualität. Aber die Jahreszeit und die Gegend sind durchaus dafür bekannt, nicht gerade mit schönem Standwetter zu werben. Dadurch kam der raue Charme Nordfrieslands bestens zur Geltung.

Meinen Wohnwagen hatte ich vor der Fahrt noch gründlich aufgepimpt: Mit einem Fahrradträger auf der Deichsel bin ich nun in der Lage, auch mein Fahrrad oder mein E-Bike – oder beide – mit auf die Reise zu nehmen. Bei der Wahl des richtigen Trägers achtete ich auf eine möglichst hohe Zuladung sowie die Möglichkeit, den Träger auch in beladenem Zustand von der Gaskastenklappe wegschwenken zu können. Ich wählte den Thule Caravan Superb. Der ist zwar nicht der Billigste, aber dafür ist er stabil, abschließbar, und bietet durch seine relativ langen Schienen von 128 cm sowie der erlaubten Beladung mit 60 kg die Möglichkeit, auch ein E-Bike mit längerem Radstand aufladen zu können. Ebenfalls tauschte ich die alten, z. T. bereits sehr lose sitzenden Seitenmarkierungsleuchten gegen LED-Leuchten.

Wohl das schlechte Wetter ahnend, welches ich bei meiner Herbstfahrt haben würde, ließ ich mir zu guter Letzt auch noch eine SAT-Antenne mit Teleskopmast einbauen. Ein kleiner 22“-Widescreen-Fernseher mit eingebautem DVD-Player kam dann auch noch dazu. Damit war mein diesjähriges Investitionsvolumen ausgeschöpft, der Wohnwagen aber voll und ganz reisetauglich gemacht.

In Husum angekommen, war der Wohnwagen rasch ausgerichtet und fixiert. Danach öffnete der Himmel auch schon gleich das erste Mal seine Schleusen, so dass ich in aller Ruhe das Innere gemütlich machen konnte. Hinzu kam ein andauernd frischer Wind, der nicht nur die Büsche ringsum beinahe in die Waagerechte legte, sondern auch ordentlich am Wohnwagen rüttelte. Dieses Wetter sollte beinahe für die ganze Zeit meines Aufenthaltes mein immer wiederkehrender Begleiter werden.

Zwischendurch gab es aber natürlich auch immer wieder trockene und teilweise auch sonnige Abschnitte, die ich für Ausflüge in die Umgebung nutzen konnte. Husum ist mit seinem von See durch Klappbrücken erreichbaren Innenhafen ist im Kern eine typische friesische Stadt. Bemerkenswert ist z. B. das Stadtschloss von Husum. Es nennt sich „Schloss vor Husum“, da es zur Bauzeit um 1580 vor den Stadtgrenzen von Husum lag. Heute findet man es mitten in der Stadt, umgeben von einem Park mit altem Baumbestand. Weitere Möglichkeiten, sich über die Umgebung und deren Kultur zu informieren bieten das Nationalparkhaus und das Schifffahrtsmuseum, beide direkt am Hafen gelegen.

Vor dem Deich beginnt der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. An der Promenade befindet sich ein Kunstwerk mit dem bezeichnenden Namen „Windhosen“. Bei genauerem Hinsehen erkennt man an langen Stäben angebrachte Hosen, die sich mit steifen, durchpusteten Beinen nach dem Wind ausrichten. Die aus Kiel stammende Künstlerin hat auf diese Weise eine wortwitzige Beziehung zu den regionalen Naturgegebenheiten hergestellt.

An einem Tag ohne dauernd durchziehende Regenschauer machte ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg zu der Kaserne, in der ich als Wehrpflichtiger Soldat ein Jahr stationiert war. Ich fand sie auch relativ einfach dank moderner Navigationshilfen wie Google Maps. Die Pforte ist jedoch so unspektakulär, dass ich auf ein Foto verzichtet habe. So reichte mir ein Blick durch den Zaun. Es war aber schon ein seltsames Gefühl, dass sich hier meine aktuellen Fußabdrücke mit denen von vor gut 30 Jahren kreuzten. Es kamen Bilder wieder hoch, die ich längst vergessen hatte. Alles in allem war es hier eine schöne, und auch durchaus prägende Zeit.

IMGA0557An einem der nächsten Tage machte ich mich mit dem Auto und aufgeladenem Fahrrad auf den Weg nach Nordstrand. Bei bestem Wetter steuerte ich zunächst die kleine Ortschaft Süderhafen an. Hier gab es am Hafen im Restaurant „Watt ’n Grill“ einen richtig leckeren Backfisch mit frischem, selbstgemachten Kartoffelsalat. Der Blick über die Straße zeigte auf die unweit stehende Windmühle, die auf dem Foto zu erkennen ist. Nach dem Essen schaute ich mich noch ein wenig im Hafen um, da mich naturgemäß natürlich auch Segelyachten sehr interessieren.

IMGA0552Prompt fand ich dort im Sporthafen ein schönes Holzboot, dessen Name mir gleich ins Auge sprang. Er lautete wie der einer guten Freundin meiner Schwägerin: Knubbel. Natürlich musste ich das fotografieren und ihr zuschicken. Sofort erhielt ich die anerkennende Antwort, dass sie das Bild schon weitergeleitet hätte.

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Fähranleger nach Pellworm

Auch für mich ging es anschließend weiter. Mein nächster Anlaufpunkt auf Nordstrand war der Fähranleger nach Pellworm. Ich brauchte nicht lange warten, da lief auch schon die Fähre ein und machte am Anleger fest. Ich liebe es, die ein- und aussteigenden Fahrgäste zu beobachten und die Atmosphäre im Hafen auf mich wirken zu lassen.

IMGA0567Auch liegt dort im Hafen der Seenot-Rettungskreuzer „Eiswette“ der DGzRS. Jedes dieser Schiffe ist ein Wunderwerk der Technik. Und die Besatzungen verdienen den größten Respekt für ihre Unerschrockenheit, auch bei schwerster See raus zu fahren, um in Seenot geratene Personen in den sicheren Hafen zu holen.

Nachdem die Fähre wieder abgelegt und der Trubel im Hafen sich wieder gelegt hatte, stieg ich auch wieder auf mein Fahrrad und radelte zu meinem Auto, das ich auf einem Parkplatz außerhalb des Hafens abgestellt hatte, da im Hafen selber kein Parkplatz mehr frei war. Ich machte mich auf den Rückweg zum Campingplatz, wo ich den Rest des Tages im Buch „Allein gegen den Wind“ von Wilfried Erdmann las. Phänomenal, was dieser Mann sich mit über 60 Jahren für Strapazen aussetzte. Er segelte einhand, also alleine, nonstop, also ohne irgendwo anzulegen, von Cuxhaven nach Cuxhaven, einmal rund um die Welt unterhalb des südlichen 50. Breitengrades gegen die vorherrschende Windrichtung. Tolle Lektüre!

20140926_081632Auf dem Campingplatz fiel mir dieser links abgebildete Wohnwagen auf. Ein richtig schöner, kleiner Eriba mit dem typischen Hubdach. Mein Bruder hat auch so einen, allerdings etwas größer. Ein echter Klassiker und innen urgemütlich. Irgendwann, so hoffe ich, kann ich mit der Familie meines Bruders gemeinsam Campingurlaub machen.


20140926_172620Das Wetter blieb leider wechselhaft. Immer wieder zogen Regengebiete über Husum hinweg. Dabei kam es ab und zu auch zu solch tollen Lichtstimmungen, wie auf dem diesem Foto hier. Ich kam gerade mit dem Fahrrad von einem kleinen Ausflug zur nächsten Fischbrötchenbude, als ich die Wolke aufziehen sah. Es blieb gerade noch genug Zeit, aufzuessen, und flugs wieder zum Wohnwagen zu fahren. Kurze Zeit später dann das vertraute Bild: Ich im Wohnwagen lesend, und draußen tobten die Naturgewalten. Irgendwann fiel mir auf, dass das Fenster an der Küchenzeile innen langsam mit Wasser voll lief. Da die anderen Fenster auch deutliche Feuchtigkeit im Inneren aufwiesen, reifte in mir der Gedanke, doch noch einmal investieren zu müssen. Zuhause werde ich mich nach neuen Fenstern umsehen.

20140928_121055Der nächste Ausflug ging nach Büsum. Auf dem Weg dort hin machte mich ein Hinweisschild neugierig. „Herrenhaus Hoyerswort“ stand dort. Architektonisch schön anzuschauen, war dies ein Museum für Keramik und vermietet auch Ferienwohnungen. Vielleicht werde ich mir das Museum mal bei späterer Gelegenheit anschauen. Heute hatte ich leider nicht genug Zeit im Gepäck. Und so fuhr ich schon bald weiter in Richtung Eiderstauwerk.

Dies Bauwerk wurde 1967 bis 1973 errichtet und dient vor allem der Sturmflutsicherung des Hinterlandes. Immer wieder drang bei Sturmfluten das Wasser durch die Eider weit in das Land ein und zerstörte dort Äcker und verwüstete ganze Ortschaften. Damit war nach Fertigstellung Schluss.

DSC_3608Heute erfüllt das Eiderstauwerk neben seiner eigentlich technischen Aufgabe auch die eines Touristenmagneten. Beidseits der Eider gibt es große Parkplätze und Imbisse, die wohl immer gut besucht sind. Wenn zum Durchlassen eines Schiffs die Klappbrücke hochgelassen wird, bilden sich regelmäßig lange Staus, so dass man als Autofahrer ein wenig Geduld mit im Gepäck haben sollte.

In Büsum angekommen fällt schon an der Ortseinfahrt ein weiteres Museum ins Auge, die Sturmflutwelten. Da aber heute gerade schönes Wetter ist, entschied ich mich, draußen zu bleiben und ließ die Sturmflutwelten für einen späteren Besuch aus.

DSC_3627Büsum ist ein Fischerort, der inzwischen eine Touristenhochburg der Nordseeküste geworden ist. Eine große Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften prägt neben dem Fischerei- und einem historischen Hafen das Ortsbild. Große Kaufhäuser, wie es sie in Husum gibt, sucht man hier jedoch vergebens. Und das, möchte ich hinzufügen, ist gut so. Der Trubel in der Fußgängerzone verläuft sich jedoch rasch, wenn man ein wenig abseits geht. Dann kann man in Ruhe am Ufer flanieren und zum Beispiel hinaus auf die Hafenmole gehen, um ein- und auslaufende Schiffe zu beobachten.

IMGA0590Am nächsten Tag verabredete ich mich mit einem anderen Camper zu einem gemeinsamen Ausflug zur Hamburger Hallig. Nur ein paar Kilometer nördlich von Husum lässt man bestenfalls sein Auto auf dem Parkplatz direkt hinter dem Deich stehen und macht sich zu Fuß auf den Weg durch die dem Deich vorgelagerten Salzwiesen zur Hallig. Ungefähr auf halbem Weg passiert man eine Vogelschutzhütte des NABU. in der man sich über Naturschutz in den Salzwiesen informieren kann.

Auf der eigentlichen Hallig stehen drei Gebäude, die in der Zeit von März bis Oktober bewirtschaftet sind. Die Krabbensuppe und das Irish Stew kann ich nur wärmstens empfehlen!

Ein weiterer Ausflug führte mich erneut nach Büsum. Dort besuchte ich die „Sturmflutwelt Blanker Hans„. In diesem Museum dreht sich alles um den Landschutz bei Sturmfluten. Zentrales Thema dabei ist die große Sturmflut 1962. Beeindruckend dabei ist schon die Einführung, bei der man eine regelrechte Zeitreise in die frühen 1960er Jahre unternimmt und mitten ins Geschehen der verheerenden Sturmflut eintaucht. Toll gemacht und immer einen Besuch wert!

IMGA0616Auf dem Rückweg stoppte ich kurz auf einen Kaffee in Friedrichstadt. Diese Stadt ist stark holländisch geprägt. Es erinnert mit seinen Grachten und der Architektur ein wenig an Amsterdam in klein. !

Die Zeit in Husum neigte sich dem Ende zu. Kurzentschlossen hing ich meinen Wohnwagen wieder ans Auto und fuhr für das letzte Wochenende rüber an die Ostsee. Dort stellte ich den Wohnwagen auf einen Campingplatz bei Laboe. Bei bestem Wetter erkundete ich dort das bekannte Marine-Mahnmal und das ausgestellte originale U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg.

IMGA0651Den nächsten Tag nutzte ich für eine Fährfahrt nach Kiel. Morgens früh ging es mit der ersten Fähre los. Sie brachte mich und mein Fahrrad bis um Hauptbahnhof von Kiel. Von hier aus konnte ich am Wasser entlang bis zur Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal radeln. Dabei kam ich auch an dem ein oder anderen dicken Pott vorbei. Die Aida Cara lag dort, wie zwei große Autofähren der Stena- und Colorline. Alles in allem war dies nicht nur wettermäßig einer der schönsten Tage meiner Reise, die mit diesem Tag zu Ende gehen sollte.

 


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Mediterraner Gast am Wohnwagen

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Als ich heute auf den Stellplatz zu meinem Wohnwagen kam, um ein paar seitliche Begrenzungslampen auszutauschen, fiel mir im Gras genau vor einem der Reifen die links abgebildete Wespenspinne auf. Eine schön gezeichnete Radnetzspinne, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum in unsere Breiten kam.

Dieses hier ist ein Weibchen, das im Zentrum seines Radnetzes sitzt. Diese Spinnen weben oft ein weißes Zickzackband in ihr Netz ein, über dessen Sinn sich die Gelehrten noch nicht einig sind. Die Netze sind oft in nur ca. 20 – 30 cm über dem Boden zu finden, da hier die bevorzugte Beute der Wespenspinnen lebt: Heuschrecken.

Wer sich genauer über die Wespenspinne informieren möchte, findet bei Wikipedia einen guten Einstieg.

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